November 2017, Veröffentlicht in blog, Yoga

Yoga Retreat // Auszeit im Ashram

YOGA IS THE JOURNEY
OF THE SELF,
THROUGH THE SELF,
TO THE SELF.

The Bhagavad Gita

Rein in den Flieger. Raus aus der Komfortzone. Als meine Freundin und Yogalehrerin Yesim Yuva dieses Jahr ankündigte, sie würde zum wiederholten Male ein internationales Yoga Retreat in den türkischen Bergen organisieren, war mir sofort klar, ich würde mit von der Partie sein. Meine innere Stimme raunte mir zu: Ab in die Berge. Auf in die Ungewissheit.

Wenn dieses Jahr eins ungewiss war, dann mit Sicherheit ein Urlaub in der Türkei. Abgesehen davon, dass es mein erster Besuch werden würde, bestanden zum Zeitpunkt der geplanten Reise bereits Reisehinweise seitens der deutschen Regierung. Da mein Körper mir jedoch über die Jahre ein zuverlässiger Indikator für mögliche Gefahrenquellen geworden ist, verließ ich mich ganz auf mein Bauchgefühl. So begann meine Reise in ein Land, dass mich in so vielfältiger Art und Weise überraschen sollte.

ANKUNFT IN DER TÜRKEI

Das Siddashram Yoga Center liegt auf circa 800 Metern über dem Meeresspiegel in der atemberaubenden Natur des Taurus Gebirges hinter Alanya. Die Philosophie der beiden Begründer des Ashrams, Madame Lourdes und Meister Adnan, beinhaltet die Vermittlung von Klassischem Spirituellem Yoga sowie die Durchführung einer ganzheitlichen Entgiftung des physischen, mentalen und spirituellen Körpers. Das 7-Tage-Retreat stand also ganz unter dem Motto: Rückzug, Detox & Verbindung mit der Natur. Das hierfür ein gewisses Maß an Disziplin vonnöten ist, wird jedem einleuchten.

Die gemeinsame Anreise mit den anderen Teilnehmern gestaltete sich für mich als sehr beschwerlich. So sollte dies bereits ein Vorbote für den Zustand meines gesamten Systems sein. Schon in den ersten Stunden nach unserer Ankunft stellte sich heraus, dass Ernährung mal wieder ein ganz großes Thema für mich werden sollte. Den kompletten zweiten Tag verbrachte ich hundeelend auf meinem Bett und entgiftete. Der Prozess war in vollem Gange und nicht zu stoppen. Nicht nur das körperliche Entgiften, welches durch unsere Ernährungsform beabsichtigt herbeigeführt wurde, machte mir zu schaffen. Auch der zusätzlich bewusste Verzicht auf {digitale} Medien jeglicher Art und die reizarme Umgebung der Natur beschleunigten diesen Prozess um das gefühlt Zehnfache.

Dank der liebevollen Unterstützung aller TeilnehmerInnen und vor allem dank der mütterlichen Fürsorge von Madame Lourdes sollte ich mein Leiden am nächsten Morgen überstanden haben. Ich fühlte mich voller Energie und unsere kleine Gruppe hatte sich bereits nach einem Tag in eine Familie verwandelt. Meine wunderbare Ashram-Familie.

KONZEPT & PROGRAMM

Das Konzept des Ashrams basiert im Wesentlichen auf einer gut organisierten Tagesstruktur im Hinblick auf regelmäßige Weck- und Schlafenszeiten, körperliche Reinigung und Bewegung sowie geplante Zeiten für Muße. Die ausschließlich vegetarischen Mahlzeiten, Yoga Unterricht und Karma Yoga {selbstloser Dienst} rundeten unser Tagesprogramm ab. Bei den Yoga Klassen wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass jede Stunde eine Kombination aus Asanas, Pranayama und Meditation enthält.

Wir waren behütet, begleitet aber auch gefordert. Denn die Reise zu sich selbst erfordert Opfer. Welcher Monat könnte sich besser eignen, um sich überreifer Konditionen, Prägungen & Überzeugungen zu entledigen, als der August? Der Monat der Ernte, der bei uns allen eine Veränderung einleiten sollte. Meine Erwartungen an das Retreat wurden weit übertroffen. Ich kann aus tiefstem Herzen behaupten, dass dies, die mit Abstand glücklichste und unbeschwerteste Woche meines Erwachsenen-Lebens war.

Die äußeren Rahmenbedingungen haben es uns ermöglicht, innerhalb kürzester Zeit so viel zu transformieren, wie ich Zuhause wohl nicht in einem Jahr erreicht hätte. Es ist erstaunlich, dabei zuzusehen, wie die tagtägliche Praxis unsere Energie erhöht und das eigene Bewusstsein erweitert hat. Wie schnell sich ein unbeschreibliches Gefühl der Zugehörigkeit, zu bis dato unbekannten Menschen und einem fremden Ort, entwickeln kann. Welchen Einfluss dabei die Rückbindung an die Natur einnimmt. Die eigenen Entwicklungsschritte zu erleben und die anderen in ihrer Entwicklung zu beobachten, war der Kern unserer Verbindung. Das Teilen dieser Erfahrungen die Basis unseres Gemeinschaftsgefühls. So sitzen wir doch alle in dem selben Boot.

LIFE-CHANGING

Wer sich für eine Auszeit im Ashram entscheidet, sollte sich darüber bewusst sein, dass das vorgegebene Programm die Absicht hat, tiefgreifende Veränderungen einzuleiten. Nicht erst die Ankunft im Ashram, Retreat, Workshop oder was auch immer deine Aufmerksamkeit möchte, ist der Beginn deiner Reise. Bereits die Entscheidungen, die du im Vorhinein triffst, sind Teil deines Prozesses, der natürlich auch nach einer solchen Erfahrung nicht beendet ist. Der Weg nach innen ist nicht immer mit Rosenblüten gepflastert aber er lohnt sich. Für mich war diese Erfahrung wie eine zweite Geburt. Ein Erwachen auf vielen Ebenen.

#betheobserver

 


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Carola Kreuels

staatlich geprüfte Masseurin

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