April 2018, Veröffentlicht in blog, Spiritualität

Der Rosenkranz // Ein Weg der Kontemplation

NIEMAND KANN MIR FOLGEN,
WENN NICHT MEIN VATER,
DER MICH GESANDT HAT,
IHN ZU SICH ZIEHT.

Johannes 6, 44

Religion ist »out«. »In« ist, was wir heute als moderne Spiritualität bezeichnen. Das Thema Religion wurde und wird immer wieder kontrovers diskutiert. Theologen, Philosophen und Naturwissenschaftler liefern sich regelrechte Battles, um ein Thema, welches doch eigentlich urindividuell zu betrachten ist.
Als gläubige Christin habe ich in unserer Gesellschaft häufig das Gefühl, ich müsse meinen Glauben geheim praktizieren oder ihn gar verstecken.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich mit diesem Post weder missionieren noch einer bestimmten Religion – in diesem Fall dem Christentum – einen höheren Stellenwert einräumen möchte als irgendeiner anderen monotheistischen Religion, Naturreligionen oder Kult. Jeder bitte nach seiner Façon.
Ich lade euch nun ein, einen Einblick in mein Glaubensverständnis zu gewinnen.

MODERNE SPIRITUALITÄT

Ich nutze gerne spirituelle Tools wie Tarot, Mondrituale und Räuchern. Ich mag es, die Energie in meinen Räumen zu reinigen und dadurch klar zu halten. Ich interessiere mich für AstrologieYoga, Chakren, Schamanismus und Ayurveda.
Dennoch beschleicht mich häufig das Gefühl, dass die moderne Spiritualität uns einen Streich spielt, indem sie uns einen großen Teil harte Arbeit abverlangt. Es hat immer etwas mit Selbstoptimierung zu tun und dahinter wiederum versteckt sich lieb und nett verpackt unser gar nicht mal so kleines Ego. Über das Praktizieren von Yoga, Meditation, Mantren, Affirmationen bis hin zum Manifestieren, wird uns suggeriert, dass wir alleine die Kraft besitzen, unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten. Das ist zu einem Teil richtig. Ein Maß an Eigenverantwortlichkeit für sein Leben trägt jeder Mensch selbst – vielen ist dieser Gedanke auch als Karma bekannt.
Was passiert jedoch, wenn unsere Wünsche und Bemühungen nicht unserem Seelenplan entsprechen? All unsere Anstrengungen und Mühen verlaufen demnach ins Leere und hinterlassen letztlich ein Gefühl von „gescheitert sein“, da wir ja nun schließlich durch unsere mentale Ausrichtung für alles, was wir erleben und anziehen, selbst verantwortlich sind.

Woher kommt die Furcht, Gott bei seinem Namen zu nennen und warum umschreiben wir ihn stattdessen mit Begriffen wie höhere Instanz oder Universum? Während wir damit beschäftigt sind, vermeintlichen Gurus nachzueifern, hinter deren Fassade wir nicht blicken können, wird der Heilige Geist einfach ausgeklammert. Social Media und spirituelle Blogs erzählen uns Geschichten von Pachamama, der Cacao-Deva sowie von Heilungen durch plant medicine. Willkommen im spirituellen Irrgarten.

Ich selbst nehme hin und wieder gern an spirituellen Workshops teil, um mich inspirieren zu lassen und zu wachsen. Ich lerne dabei jedoch auch, besonders achtsam über den Wahrheitsgehalt der Inhalte zu reflektieren, da nicht alles Gold ist, was glänzt. Wenn mir also in einem Workshop erzählt wird, meine Beziehungsprobleme bestünden darin, dass ich mich selbst noch nicht geheilt habe und ich erst nach der Lösung von mannigfaltigen Kindheitstraumata und womöglich noch Traumata aus vorherigen Leben, dazu fähig wäre, einen geeigneten Partner für mich anzuziehen, dann frage ich mich: wo fördert mich diese Aussage oder wo setzt sie mich womöglich unter Druck?

JESUS CHRISTUS

In meiner Auseinandersetzung mit Glauben & Spiritualität habe ich mich von Anfang an am liebsten mit der Liebe beschäftigt. Auch in der modernen Spiritualität, in der häufig Begriffe wie Energie und Spirit genutzt werden, wird davon gesprochen, dass die Christus-Energie – oder das Christus-Bewusstsein – die höchste universelle Energie von Liebe verkörpert.
Jesus ist für mich kein abstraktes, lebloses Prinzip. Jesus ist für mich lebendige Liebe, Kraft, Fundament und Basis. Er ist dieser heilige Gral, in den ich mich zurückziehe, wenn ich erschöpft bin und der mich nie zurückweist, egal wie weit ich mich schon wieder von ihm entfernt habe. Bei Jesus darf ich so sein, wie ich bin. Darf loslassen. Darf Sorgen und Probleme übergeben und darauf hoffen und vertrauen, dass der gegenwärtige Moment genauso, wie er sich gerade darstellt, richtig ist.
Der göttliche Plan erfüllt sich zu Beginn im Unsichtbaren und wird erst nach und nach für den Gläubigen sichtbar. Vor all den kleinen und großen Wundern, die uns die göttliche Liebe zuteilwerden lässt, steht zuallererst die Demut. Die Einsicht und das Anerkennen unseres Kleinseins und unserer Ohnmacht wird zur Grundlage für die Beziehung zur Quelle.
Glaube ist Gnade und Gnade entsteht letztlich aus der Barmherzigkeit unseres Schöpfers. Manche erfahren diese Erkenntnisse durch Gottes bedingungslose Liebe, viele jedoch erleben erst durch persönliches Leid ihren individuellen Gottesbezug.

KONTEMPLATION

Die Kontemplation ist eine, der Meditation ähnliche Art, der geistigen Versenkung. Über die Konzentration auf eine bestimmte spirituelle Technik soll sich unser Geist entspannen und wir sollen in den Zustand eines betrachtenden Gebetes gelangen. In aller Regel wird zurückgezogen und in Ruhe kontempliert. Je nach Religionszugehörigkeit variieren die Praktiken der Kontemplation, doch haben sie alle zum Ziel, sich mit der göttlichen Quelle zu vereinigen und darüber in die ureigene Kraft zu gelangen. Kontemplation ist die Hingabe an Gott und seinen Willen. Es ist die Erfahrung der Gottesgegenwart in Stille.

DAS GEBET

Beim Rosenkranzgebet, dass vorwiegend von katholischen Gläubigen gebetet wird, werden anhand einer Perlenkette bestimmte Verse rezitiert, die den Fokus auf das Leben Jesu und seiner Mutter Maria haben. Die mündliche Wiederholung der vorgegebenen Versabfolgen kreiert eine bestimmte Schwingung, beruhigt den Geist und fördert Gelassenheit und Akzeptanz im Hier und Jetzt.
Gerade für Menschen, die Probleme haben, sich in der Stille der Mediation zurechtzufinden, sind solche Gebete eine Möglichkeit, Ruhe zu finden und in Kontakt mit der göttlichen Quelle zu kommen.
Im Gebet darf alles vorgebracht werden. Von Trauer, Enttäuschung & Wut über Lobpreis und Danksagung bis hin zu Anbetung. Unsere Gefühle befinden sich stets im Wandel und so müssen wir uns im Gebet nicht anstrengen, irgendetwas vorzugeben, sondern können uns einfach so zeigen, wie wir uns gerade fühlen.

#stayspiritual


Impressum | Datenschutzerklärung

Carola Kreuels

staatlich geprüfte Masseurin

E-Mail: info@herz-massage.de
Telefon: 0178 40 44 769